Recap: Allfacebook Marketing Konferenz 2017

Am 5. Oktober fand im Berliner Congress Center die Allfacebook Marketing Konferenz 2017 statt. Die umtriebigen Philipp Roth und Jens Wiese erreichten einen Teilnehmerrekord. Sie lockten 700 Social Media Begeisterte nach Berlin – trotz Sturmtief Xavier. Die #afbmc ist für Experten mittlerweile eine Pflichtveranstaltung. Über 40 Speaker rockten drei Bühnen.

 

„The Future of Marketing and the role of Facebook“ – Keynote von Curt Simon Harlinghausen
Die Marketingwelt dreht sich immer schneller und ein Trend folgt dem anderen. Curt Simon Harlinghausen, bei der Publicis Media verantwortlich für den Bereich Business Transformation in EMEA, zeigte was jetzt schon möglich ist und was uns in Zukunft erwartet. Ein wichtiges Zukunftsthema ist die Sensorik. Wussten Sie, dass das iPhone bereits jetzt über 40 Sensoren verfügt?  Diese liefern immer mehr Informationen über den User. Insgesamt werden Daten immer wichtiger für die Unternehmen.

Das Thema hat bereits 2014 für Aufsehen gesorgt. ORF Moderatorin Claudia Reiterer hatte das Experiment gewagt und sich von Zukunftsforscher Dr. Oskar Villani mit einem Chip austatte lassen. Dieser wurde unmerkbar per Händedruck gesetzt und konnte diverse sensorische Daten übergeben.
Hier ist die Sendung zu sehen: https://vimeo.com/189363045
Ein weiterer Bereich in den zurzeit stark investiert wird ist AI – Künstliche Intelligenz. Dabei gilt es als Ziel für die Zukunft digitale Empathie zu schaffen.
Ein Video für die Amazon Echo Silver zeigt auf, was alles möglich ist: https://www.youtube.com/watch?v=YvT_gqs5ETk
Spaß muss sein! Die bekannte US-amerikanische Satire-Sendung Saturday Night Live hat einen fiktiven Werbespot erstellt. Das Produkt gibt es so gar nicht.

Was ist jetzt schon neben Amazon Alexa bereits im Einsatz? Woran wird getüftelt?
Valentina Volz, Philipp Neumayer (dm-drogerie Markt) und Gert Zellentin (Former03) berichteten über die Facebook Chat-Bot Entwicklung bei dm-drogerie Markt. Der Bot soll unterstützen, aber keine Servicecenterkraft ersetzen. Menschliche Interaktion bleibt weiterhin wichtig für das Unternehmen, dessen aktueller Slogan lautet „Hier bin ich Mensch hier kaufe ich ein“. Der Bot wird zukünftig Routineanfragen beantworten, womit sich automatisch die Reaktionszeit für Kundenanfragen verkürzt. Zum Beispiel gibt er Interessierten Informationen über die beliebten Limited Editions von dm-drogerie Markt.
Der Vortrag gab sehr ehrliche und konkrete Einblicke in Konzeption und Entwicklung des Chat-Bots mit Live-Beispielen. Der Bot befindet sich aktuell in der Betaphase. dm-drogerie Markt verfolgt die Strategie, dass der
Bot nicht von Anfang an perfekt, aber verfügbar und funktional sein soll. Wir werden das Thema weiter verfolgen.

„Die Soße hat nur nach Tomatenmark geschmeckt“  – Wie Curry 36 aktiv Nutzerkommentare in die Kommunikation einbindet
Mirko Großmann, Geschäftsführer von Curry 36, und Marco Jahn, Social Media Manager der betreuenden Agentur Zepter und Krone, erklärten den Zuhörern wie man ein austauschbares Produkt wie eine Currywurst mit einem sehr kleinen Social-Media-Budget erfolgreich vermarktet. Der Erfolg basiert vor allem in der aktiven Einbindung der Nutzer kommentare in die Kommunikation von Curry 36 und dem starken Vertrauen der Inhaber in die Leistung der Agentur. Mirko Großmann lässt der Agentur völlig freie Hand.
Sogar negative Kommentare führen zu einem positiven Markenerlebnis anderer Nutzer: Ein Kunde beschwerte sich, dass der Ketchup nicht nach Curry schmeckt und daraus entwickelte die Agentur ein Anzeigenmotiv mit der Headline „Die Soße hat nur nach Tomatenmark geschmeckt“ und bewirbt damit seinen Tomatenketchup.
Stichwort Mut: Die Kultmarke hat sich getraut den Berliner Polizisten nach dem G20 Gipfel ein besonderes Angebot zu unterbreiten.

Der Einhorn Hype: Case Study Rittersport
Seit mehr als einem Jahr begleitet uns das Einhorn nun schon. Und daran ist vor allem Ritter Sport Schuld. Gianna Krolla, Social Media Managerin bei Elbkind, und Jasmin Krause, Brand Managerin bei Ritter Sport versetzten uns mit einem tollen Vortrag ins Einhorn-Fieber zurück.
Jeder 2. Deutsche hat von der Rittersport Einhorn gehört. Die limitierte Schokolade wurde mit 75.000 Produkten aufgelegt und war bereits am ersten Tag ausverkauft. Auch die zügig nachproduzierten 150.000 Tafeln waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen – und das in einem gesättigten Schokoladenmarkt. Die Tafeln erlangten Kultstatus und wurden teuer bei ebay versteigert. „Die Einhorn“ war ein voller Erfolg. Ohne Mediabudget wurden 17 Millionen Impressions erreicht. Zudem sind 13.000 Artikel in Zeitschriften erschienen und 33.000 neue Facebook-Fans wurden generiert.

Der Erfolg basiert vor allem darauf, dass Ritter Sport auf seine Fans gehört hat. Im eigenentwickelten Sortengenerator haben Fans über 45.000 Vorschläge eingereicht. Hier hat sich schon früh der Einhorn-Trend gezeigt. Und Ritter Sport hat reagiert und die Schokolade in viel schnellerer Zeit als üblich auf den Markt gebracht.

Sturmtief Xavier hat die Teilnehmer nicht davon abgehalten, nach Berlin zu reisen, aber für ein mega Chaos bei der Abreise gesorgt. Ich bin mit einer lieben Social Media Freundin aus München mit dem Mietwagen sicher nach Hamburg gekommen. Viele andere saßen noch Tage fest.
Katja